Schlussfolgerungen

Zusammenfassung

In diesem letzten Teil des Informationsangebotes sollen mögliche Gründe für die erhöhten Werte in Falkensee aufgeführt werden. Außerdem sollen verschiedene Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffbelastung aufgezeigt werden.

Eine Ursache für eine gute Aufnahme der Schwermetalle durch Pflanzen ist ein niedriger pH-Wert des Bodens. Besonders Moorböden und sehr sandige Böden sind sauer, haben also einen niedrigen pH-Wert. Ein hoher Humusgehalt führt dazu, dass die Schwermetalle leicht im Boden gebunden werden. Die Pflanzen können diese nur schwer und zeitverzögert aufnehmen. Deponien oder andere Altlasten sind wahrscheinlich der Hauptgrund, dass die Schwermetalle in den Boden oder das Wasser gelangen. Die schwermetallhaltigen Sickerwässer gelangen ins Grundwasser und kontaminieren es zusätzlich, wodurch die Schwermetalle in die Wurzel gelangen können. Pflanzen nehmen aber auch aktiv Schwermetalle aus dem Boden auf.

Zitronenmelisse hält Staub auf der Blattoberfläche besonders gut fest (45fach vergrößert)
Autor: © Rohr 2018

Aus den Beobachtungen der Experimentierreihe sowie anderen Untersuchungen ergab sich, dass Pflanzen Schwermetalle außerdem vielfach über ihre Blattoberfläche aufnehmen. Schwermetallhaltige Stäube oder schwermetallhaltiges Gießwasser können über die Blätter in die Pflanzen gelangen. Besonders bei Kräutern scheint dieser Weg sehr plausibel. Es liegt die Vermutung nahe, dass schwermetallhaltige Stäube dadurch entstehen, dass belasteter Boden durch Wind erodiert wird. Diese Stäube setzen sich dann auf den Blättern ab.

Maßnahmen

Eisenablagerungen in einem Sandfilter
Autor: © Rohr 2018

Es gibt verschiedene Methoden, eine Anreicherung der Schwermetalle in den eigenen Nutzpflanzen zu vermeiden. Einige sind kostenintensiver, andere weniger. Um die Aufnahme der Schwermetalle durch Pflanzen zu vermindern, kann bei einem niedrigen pH-Wert des Bodens Kalk ausgebracht werden, um diesen zu erhöhen. Außerdem empfiehlt es sich, Deponiekörper als Belastungsursache zu entfernen oder zu isolieren. Falls der Boden stark kontaminiert ist, können die entsprechenden Pflanzen in Töpfe gepflanzt werden. Tief hängende Früchte, wie z.B. Erdbeeren, sollten vor dem Bodenkontakt mit Spänen oder Ähnlichem geschützt werden. Es ist ratsam, Laub von viel befahrenen Straßen nicht zu kompostieren. Falls das Grundwasser kontaminiert ist, empfiehlt sich der Einsatz von Aktivkohlefiltern, Flockungsmitteln, Sandfiltern oder Leitungswasser als Gießwasser. Gegen Feinstaub können Pflanzen durch Hecken oder Folien geschützt werden. Vor dem Verzehr eigens angebauter Nutzpflanzen sollten die entsprechenden Pflanzenteile gründlich abgewaschen werden. Schälen vermindert die Belastung ebenfalls. Einige Pflanzen können Schwermetalle besser anreichern als andere. Deshalb finden sich in diesen Pflanzen höhere Schwermetallgehalte. Von dem Anbau dieser Pflanzen auf belasteten Boden wird abgeraten. Eine Liste dieser Pflanzen ist unten zu sehen.

Schlussendlich muss jedoch gesagt werden, dass bei begründetem Verdacht, beispielsweise bei bekannten Altlasten im eigenen Garten oder anderen Anzeichen, eine professionelle Analyse des Gartenbodens vorgenommen werde sollte, um Maßnahmen zu ergreifen und um die Belastung einzuschätzen.

Anreicherungsvermögen von Schwermetallen durch Nutzpflanzen