Schwermetallbelastung in Falkensee

Exkurs: Die Stadt Falkensee

Falkensee Luftbild (Falkenhagener See)

Falkensee ist eine Stadt mit ungefähr 45.000 Einwohnern (2018), die in Brandenburg nordwestlich von Berlin liegt. Ursprünglich entstand Falkensee durch die Zusammenlegung der Dörfer Seegefeld und Falkenhagen im Jahr 1923. Die erste urkundliche Erwähnung Seegefelds erfolgte 1265. Geprägt wurde die Stadt durch Villen- und Eigenheimkolonien, deren Entstehung durch die Eisenbahnstrecke Berlin-Hamburg gefördert wurde. Ab 1949 gehörte Falkensee zur DDR und ab 1990 zur Bundesrepublik Deutschland, Kreis Havelland. Die Stadt ist heute aufgeteilt in die Ortsteile/Wohnplätze: Falkenhagen, Seegefeld, Finkenkrug, Falkenhöh, Falkenhain, Waldheim, Alt Brieselang, Alter Finkenkrug, Damsbrück und Finkenherd. Falkensee ist kaum bis nicht industriell geprägt. Heute haben sich klein- und mittelständische Unternehmen dort angesiedelt.

Schwermetalle in der Luft

Schwermetalle wie Blei und Cadmium können über verschiedene Wege in die Umwelt und letztendlich in den Garten sowie die Pflanzen gelangen. Ein wesentlicher Belastungsweg ist die Emission von blei- oder cadmiumhaltigen Stäuben. Obwohl die Cadmiumemission in ganz Deutschland von 1990 bis 2016 um 58% und die Bleiemission im gleichen Zeitraum sogar um 90% gesunken ist, werden immer noch 12,9 t Cadmium und 233,5 t Blei pro Jahr in die Luft ausgestoßen (Quelle: Bundesumweltministerium, Stand 2016). Die festgelegten Höchstwerte werden an Industrieanlagen und im städtischen Raum teilweise überschritten. Der belastete Staub stammt meist aus metallverarbeitenden Betrieben, Recyclingbetrieben, Müllverbrennungsanlagen und Großfeuerungsanlagen. Besonders viel Blei wurde vor 1976 emittiert, da Blei bis dahin ein Bestandteil von Kraftstoffzusätzen in Millionen von Fahrzeugen war. Diese Quellen spielen jedoch für Falkensee heute kaum eine Rolle. Für Falkensee ist wahrscheinlich die Erosion des möglicherweise belasteten Bodens durch Wind die Hauptbelastungsquelle.

Schwermetalle im Boden

Der Boden kann schon von Natur aus mit Schwermetallen belastet sein. Falkensee liegt in einer Schmelzwasserabflussrinne der Weichselkaltzeit. Der Boden setzt sich deshalb aus Sanden, Kies und teilweise torf- und humusreichen Anteilen zusammen. In Falkenhain dominieren grundwasserbeeinflusste Böden, die teilweise auch torfig sind. Der torfige, humusreiche Oberboden kann Blei und Cadmium gut binden. In Falkenhöh finden sich vorwiegend sandige Böden. Im von Dünen geprägten Ortsteil Falkenhagen sind ebenfalls eher sandige Böden anzutreffen. Hier werden Schwermetalle kaum angereichert, sie können aber gut von Pflanzen aufgenommen werden. Weiter südlich wird der Boden wieder durch das hoch anstehende Grundwasser beeinflusst und ist teilweise lehmig, weshalb der Boden Schwermetalle gut binden kann. In Seegefeld ist der Oberboden ebenfalls grundwasserbeeinflusst. Besonders entlang des Schlaggrabens befinden sich teils moorige Gebiete. Das Bindungsvermögen für Blei und Cadmium ist hoch. Im östlichen Teil der Finkenkruger Straße ist der Boden eher sandig. Cadmium kann hier kaum gebunden werden. Für Blei ist das Bindungsvermögen etwas höher. Im Stadteil Finkenkrug dominieren wieder grundwasserbeeinflusste Böden. Weiter östlich finden sich auch moorige, torfige Gebiete. In Waldheim, nördlich von Finkenkrug, ist der Boden weniger feucht, wird aber dennoch vom hohen Grundwasserstand beeinflusst. Alle diese torfigen, humusreichen und grundwasserbeeinflussten Oberböden in Waldheim und Finkenkrug haben ein hohes Bindungsvermögen für Schwermetalle. Viele Brunnen in Falkensee fördern braunes oder rostrot gefärbtes Wasser. Das ist ein Hinweis auf den hohen Eisengehalt des Bodens. Vor allem die Bildung von Eisenhydroxiden trägt zur Bindung der Schwermetalle bei. Weitere Informationen zum Boden in Falkensee finden sich hier. Vom Menschen erschaffene Quellen, durch die sich mehr Schwermetalle im Boden anreichern können, sind Düngemittel, Klärschlamm, Kompost, Bleimunition, belastetes Baggergut und Altlasten. Dazu zählen auch die Hausmüllablagerungen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen in Falkensee. Die untenstehende Karte zeigt Altlasten oder Altlastenverdachtsflächen, auf denen, neben den angegebenen Stoffen, möglicherweise auch Schwermetalle in die Umwelt gelangt sind.

Schwermetalle im Wasser

Schwermetalle kommen auch im Wasser vor. Sie werden aus dem Boden gewaschen oder gelangen durch Lufteintrag (Deposition) in die Gewässer. Der Mensch trägt zur Anreicherung durch Einleitung von Industrieabwässern, der Nutzung von Bleirohren oder dem Anlegen von Deponien, deren Sickerwasser kontaminiert sein kann, bei. Bekannt ist, dass der Falkenhagener See zeitweise eine hohe Schwermetallbelastung aufwies, da vom Stahlwerk Henningsdorf kontaminiertes Wasser des Havelkanals in ihn eingeleitet wurde.